Bitte um Mitarbeit

Bitte auf farbberingte Dohlen achten

Liebe Vogelbeobachter/-innen,

Frohe Weihnachten. Wer in den nächsten Tagen und Wochen Vögel beobachtet, möchte bitte auf farbberingte Dohlen achten. Im Rahmen meiner Arbeit an der Universität Lund, Schweden, habe ich in den letzten 2 Jahren mehr als 240 Jungvögel und 51 Altvögel in einer Kolonie in Südschweden farbberingt. Zumindest ein Teil der Jungvögel zieht im Winter nach Süden und verlässt Schweden. Im letzten Jahr hat ein Jungvogel nachweislich erfolgreich in Schleswig-Holstein überwintert. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass farbberingte Vögel auch in Niedersachsen oder NRW auftauchen. Daher bitte ich alle Beobachter/-innen Dohlentrupps im Winter auf farbberingte Individuen zu kontrollieren. Jungvögel haben am linken Bein einen gelben Farbrbing mit einem schwarzen Nummer. Am rechten Bein tragen sie ausser dem Metalring einen unbeschrifteten Farbring. Altvögel haben einen gelben Ring mit einem Buchstaben am rechten Bein, sowie zwei Farbringe am linken Bein.

Beobachtungen von farbberingten Vögeln bitte an arne.hegemann@biol.lu.se

Vielen Dank und die besten Wünsche für ein gesundes und glückliches 2016

Arne Hegemann

Das Monitoring häufiger Brutvögel startet in die neue Saison – machen Sie mit!

Mit den längeren Tagen sind bei Amseln, Kleibern, Heckenbraunellen oder Meisen die Frühlingsgefühle nicht mehr zu überhören. Keine Frage, die Vorbereitungen für die Brutzeit haben bei vielen Arten bereits begonnen. Aber auch bei uns laufen die Vorbereitungen auf die Brutzeit 2015 auf Hochtouren, denn am 10. März beginnt die Kartiersaison des Monitorings häufiger Brutvögel.
Seit 1989 werden die Bestandsentwicklungen aller häufigen Brutvogelarten mithilfe standardisierter Methoden überwacht, um u.a. die Frage „Wie entwickeln sich die Brutbestände weit verbreiteter, häufiger Vogelarten?“ beantworten zu können. Seit 2004 finden die Erfassungen auf bundesweit repräsentativen, 1×1 km-großen Probeflächen statt, auf denen zwischen März und Juni 4 Begehungen entlang einer ca. 3 km langen Route durchgeführt werden.

Vielfältiger Einsatz der Ergebnisse für den Naturschutz
Die Ergebnisse des Programms werden jährlich im Bericht „Vögel in Deutschland“ fortgeschrieben und sie fließen u.a. in den Indikator „Artenvielfalt und Landschaftsqualität“ der Bundesregierung (→ BfN) sowie Indikatoren auf europäischer Ebene ein, u.a. den „European Farmland Bird“-Indikator (→ EBCC), der von der EU-Kommission als Referenz für eine nachhaltige Nutzung der Agrarlandschaft herangezogen wird.

Machen Sie mit!
Der zeitliche Aufwand je Probefläche beträgt für die vier Begehungen zwischen März und Juni inkl. der Auswertung der Daten 30–40 Stunden. Bundesweit stehen 2.637 Probeflächen zur Verfügung, von denen bereits rund 1.500 vergeben werden konnten. Es gibt somit noch reichlich Beteiligungsmöglichkeiten zwischen Rügen und Bodensee! Wo es noch freie Probeflächen in Ihrer Nähe gibt und wie diese beschaffen sind, können Sie über das Informationssystem „Mitmachen beim Monitoring häufiger Brutvögel!“ ganz einfach erkunden. Am besten Sie sehen direkt einmal nach, denn bis spätestens zum 10. März sollten Sie sich entschieden haben, wenn Sie dieses Jahr noch mitmachen möchten:

Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung!

Johanna Karthäuser und Sven Trautmann
im Namen aller landesweiten Koordinatoren

Noch ungewöhnlich viele Rotmilane in Deutschland

Die meisten der bei uns brütenden Rotmilane ziehen im Herbst in den Süden und überwintern in Südfrankreich und auf der Iberischen Halbinsel. Der Abzug erfolgt in der Regel von Anfang September bis Mitte Oktober. Ab November sind die eleganten Greifvögel dann nur noch in geringer Zahl zu beobachten. Anders in diesem Jahr: Etwa zwei- bis dreimal so viele Rotmilane halten sich – verglichen mit dem Vorjahr – derzeit noch bei uns auf. Das zeigt ein Vergleich der in der ersten Novemberhälfte über ornitho.de gemeldeten Beobachtungen: Ein Grund hierfür könnte die derzeit ungewöhnlich milde Witterung sein. Da die Witterungsbedingungen im Herbst des vergangenen Jahres jedoch ähnlich mild waren, dürfte vor allem ein gutes Nahrungsangebot der Hauptgrund für die ungewöhnlich vielen Beobachtungen sein. Vielerorts sind die Dichten an Mäusen offenbar hoch, so dass der Tisch für viele Greifvögel reicht gedeckt ist.

Seit den 1950er Jahren wird beobachtet, dass einige Rotmilane nicht mehr nach Südwesteuropa ziehen, sondern in der Nähe des Brutgebiets bleiben und den Winter in Mitteleuropa verbringen. Hierzulande sind die Regionen um den Harz und das Thüringer Becken sowie der Südwesten Deutschlands als inzwischen traditionelle Überwinterungsgebiete bekannt. Um mehr über das Auftreten und die Verbreitung von Rotmilanen im Winter in Deutschland zu erfahren, melden Sie daher bitte alle Rotmilan-Beobachtungen!

Deutschland hat eine besondere Verantwortung für den Schutz des Rotmilans, da mehr als die Hälfte aller Rotmilane weltweit in Deutschland lebt. Doch der Bestand geht zurück. Um den Sinkflug des faszinierenden Greifvogels aufzuhalten, führen der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA), der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) und die Deutsche Wildtier Stiftung gemeinsam mit Partnern vor Ort das nationale Schutzprojekt „Rotmilan – Land zum Leben“ durch. Kern des Vorhabens ist die Beratung und Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft in elf Modellregionen in acht Bundesländern. Mit ihr gemeinsam soll u. a. die Agrarlandschaft so gestaltet werden, dass der Rotmilan ausreichend Nahrung zur Aufzucht seiner Jungen findet. Das Vorhaben wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz gefördert. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der DDA-Homepage unter „Rotmilan-Projekt“ sowie auf www.rotmilan.org.

 

Grafik: Für die Jahreszeit halten sich derzeit noch ungewöhnlich viele Rotmilane in Deutschland auf. Das verdeutlicht der Vergleich der über ornitho.de und ornitho.lu vom 1.-15. November gemeldeten Rotmilan-Beobachtungen der Jahre 2013 und 2014 (n2013 = 601, n2014 = 1989).

Quelle: DDA, ornitho.de