Monatliches Archiv: November 2014

Ergebnis der Zugplanbeobachtung Mendener Höhe 12.10.2014

Zählzeitraum: 8:00 – 12:00
Type zählug: alle Arten
Wetter: wind SW3, wolkenbedeckungsgrad 2/8, erst Hochnebel dann sonnig
Zähler: Patrick Kretz
Hohltaube 12 Tannenmeise 14
Heidelerche 3 Bergfink 3
Feldlerche 550 Grünling 24
Baumpieper 12 Bluthänfling 102
Wiesenpieper 200 Kernbeißer 6
Bachstelze 68 Goldammer 10
Singdrossel 66 Admiral 26
Misteldrossel 1
Gesamt: 1097 Exemplare, 15 Arten, 4:00 StundenAnwesend: Gebirgstelze 3, Hausrotschwanz 2, Steinschmätzer 2 dj. rastend

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Steinschmätzer Oenanthe oenanthe

 

 

 

 

 

 

Ergebnis der Zugplanbeobachtung Mendener Höhe 05.10.2014

Zählzeitraum: 8:15 – 12:30
Type zählug: alle Arten
Wetter: temperatur 17 ℃, bewölkt-sonnig
Zähler: P. Kretz
Kormoran 2 Rauchschwalbe 1 Grünling 36
Silberreiher 15 Schafstelze 1 Bluthänfling 28
Bläßgans 1 Bachstelze 39 Kernbeißer 1
Rotmilan 2 Singdrossel 23 Goldammer 11
Kiebitz 39 Misteldrossel 10 Postillon 1
Hohltaube 29 Star 191 Admiral 48
Heidelerche 1 Bergfink 1 Tagpfauenauge 1
Gesamt: 481 Exemplare, 21 Arten, 4:15 StundenAnwesend: Habicht 1, Mäusebussard 7, Dohle 23, Kolkrabe 1, Grünling 3, Stieglitz 2, Bluthänfling 4, Goldammer 3, Rohrammer 1

Der Kolkrabe hielt sich dann noch mind. 1 Woche dort auf.

Kolkrabe Corvus corax

Kolkrabe Corvus corax

 

 

 

Ergebnis der Zugplanbeobachtung Mendener Höhe 04.10.2014

Zählzeitraum: 10:00 – 12:30
Type zählug: alle Arten
Wetter: wind SSW2, wolkenbedeckungsgrad 1/8, sichtweite 40000m, durchgehend sonnig
Zähler: P. Kretz
Goldregenpfeifer 2 Singdrossel 31 Gimpel 4
Feldlerche 500 Misteldrossel 7 Kernbeißer 10
Rauchschwalbe 3 Buchfink 800 Goldammer 8
Wiesenpieper 600 Girlitz 2 Rohrammer 2
Schafstelze 4 Grünling 22 Admiral 12
Gebirgstelze 2 Stieglitz 4 Tagpfauenauge 1
Bachstelze 23 Bluthänfling 40
Gesamt: 2077 Exemplare, 20 Arten, 2:30 StundenAnwesend: Habicht 3, Sperber 2, Mäusebussard 6, Turmfalke 1, Baumfalke 1, Grünspecht 1, Buntspecht 1, Wiesenpieper 32, Zilpzalp 3, Gimpel 2

Goldregenpfeiffer (Pluvialis apricaria)

Goldregenpfeiffer Pluvialis apricaria

Noch ungewöhnlich viele Rotmilane in Deutschland

Die meisten der bei uns brütenden Rotmilane ziehen im Herbst in den Süden und überwintern in Südfrankreich und auf der Iberischen Halbinsel. Der Abzug erfolgt in der Regel von Anfang September bis Mitte Oktober. Ab November sind die eleganten Greifvögel dann nur noch in geringer Zahl zu beobachten. Anders in diesem Jahr: Etwa zwei- bis dreimal so viele Rotmilane halten sich – verglichen mit dem Vorjahr – derzeit noch bei uns auf. Das zeigt ein Vergleich der in der ersten Novemberhälfte über ornitho.de gemeldeten Beobachtungen: Ein Grund hierfür könnte die derzeit ungewöhnlich milde Witterung sein. Da die Witterungsbedingungen im Herbst des vergangenen Jahres jedoch ähnlich mild waren, dürfte vor allem ein gutes Nahrungsangebot der Hauptgrund für die ungewöhnlich vielen Beobachtungen sein. Vielerorts sind die Dichten an Mäusen offenbar hoch, so dass der Tisch für viele Greifvögel reicht gedeckt ist.

Seit den 1950er Jahren wird beobachtet, dass einige Rotmilane nicht mehr nach Südwesteuropa ziehen, sondern in der Nähe des Brutgebiets bleiben und den Winter in Mitteleuropa verbringen. Hierzulande sind die Regionen um den Harz und das Thüringer Becken sowie der Südwesten Deutschlands als inzwischen traditionelle Überwinterungsgebiete bekannt. Um mehr über das Auftreten und die Verbreitung von Rotmilanen im Winter in Deutschland zu erfahren, melden Sie daher bitte alle Rotmilan-Beobachtungen!

Deutschland hat eine besondere Verantwortung für den Schutz des Rotmilans, da mehr als die Hälfte aller Rotmilane weltweit in Deutschland lebt. Doch der Bestand geht zurück. Um den Sinkflug des faszinierenden Greifvogels aufzuhalten, führen der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA), der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) und die Deutsche Wildtier Stiftung gemeinsam mit Partnern vor Ort das nationale Schutzprojekt „Rotmilan – Land zum Leben“ durch. Kern des Vorhabens ist die Beratung und Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft in elf Modellregionen in acht Bundesländern. Mit ihr gemeinsam soll u. a. die Agrarlandschaft so gestaltet werden, dass der Rotmilan ausreichend Nahrung zur Aufzucht seiner Jungen findet. Das Vorhaben wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz gefördert. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der DDA-Homepage unter „Rotmilan-Projekt“ sowie auf www.rotmilan.org.

 

Grafik: Für die Jahreszeit halten sich derzeit noch ungewöhnlich viele Rotmilane in Deutschland auf. Das verdeutlicht der Vergleich der über ornitho.de und ornitho.lu vom 1.-15. November gemeldeten Rotmilan-Beobachtungen der Jahre 2013 und 2014 (n2013 = 601, n2014 = 1989).

Quelle: DDA, ornitho.de

09.11.2014 Massenzug der Kraniche über dem Ruhrgebiet

Durchzug von rund 70.0000 Kranichen über dem Ruhrgebiet

Da sich der Herbst in diesem Jahr zumeist spätsommerlich präsentiert hatte, machte sich auch der Kranichzug über dem Ruhrgebiet bisher kaum bemerkbar. Lediglich am 28.10. konnte über dem östlichen Ruhrgebiet (Dortmund und Bochum) stärkerer Durchzug mit rund 12.000 Individuen registriert werden. Im westlichen Ruhrgebiet war davon kaum etwas zu spüren, denn es konnten nur ganz vereinzelt Trupps mit insgesamt wenigen Hundert Tieren beobachtet werden
Dies sollte sich am Sonntag den 9.11. schlagartig ändern, denn es kaum zu einem Massenzugereignis, welches es in dieser ausgeprägten Form im Ruhrgebiet bisher nicht gegeben hat.

Viele Vogelbeobachter in den Ruhrgebietsstädten waren dank des Internets bereits vorgewarnt, denn ab etwa 10:00 Uhr wurde starker Durchzug über Münster registriert und nahezu in Echtzeit auf dem Beobachtungsportal www.ornitho.de gemeldet. Und so postierten sich u. a. in Duisburg, Mülheim, Oberhausen, Bochum und Dortmund zahlreiche Vogelgucker und erwarteten die Kranichwelle. Sie sollten nicht enttäuscht werden, dann ab 11:30 erreichten die ersten Vögel auch unsere Region. Zwischen 12:00 und 15:00 war der Luftraum über weiten Teilen des Ruhrgebiets dann nahezu durchgehend von Kranichrufen erfüllt.

Abbildung: Kartografische Darstellung des Kranichdurchzugs am 9.11.14 über Nordrhein-Westfalen und Nordhessen auf der Grundlage der bei www.ornitho.de gemeldeten Beobachtungen. Quelle: Selbstgenerierte Datenabfrage auf www.ornitho.de

 

 

So wurden in diesem Zeitraum über Oberhausen von Mitgliedern des NABU mindestens 18.000 durchziehende Vögel beobachtet, was eine Rekordzahl für das Stadtgebiet darstellt. In der gleichen Zeit überquerten mindestens 30.000 Vögel die östlichen Ruhrgebietsstädte Bochum und Dortmund. Einen optimalen Standort hatte der Mülheimer Beobachter Patrick Kretz gewählt, der von der Mendener Höhe eine tolle Fernsicht hatte und das gesamte Zuggeschehen zwischen Duisburg-Walsum im Westen und Essen-Bredeney im Osten bestens mitverfolgen konnte. Alleine er konnte somit innerhalb von 4 Stunden über 43.000 Kraniche in diesem rund 30km breiten Korridor registrieren. Insgesamt durchquerten somit am Sonntag zwischen 11:30 und 15:30 mindestens etwa 70.000 Vögel den Luftraum zwischen Duisburg und Dortmund. Diese Vögel stammen zum überwiegenden Teil vom großen niedersächsischen Sammelplatz in der Diepholzer Moorniederung nordöstlich von Osnabrück. Dort konnten bei der letzten Synchronzählung Anfang November rund 105.000 Kraniche erfasst werden. Von dort war ein Großteil der Vögel am Morgen aufgebrochen, um sich auf den Weg in ihre Winterquartiere in Frankreich und Spanien zu machen.

 

Kranichzug 2014

Abbildung: Grafische Darstellung des herbstlichen Durchzugs des Kranichs über dem Ruhrgebiet auf der Grundlage der auf www.ornitho.de gemeldeten Beobachtungen. Quelle: Datenabfrage auf www.ornitho.de für die Städte Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Herne, Mülheim und Oberhausen (inklusiver Doppelmeldungen durch verschiedene Beobachter).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: bswr2014