Monatliches Archiv: Oktober 2015

Zugplanbeobachtung 24.10.2015 Mendener Höhe

Zählzeitraum: 07:30 – 12:00
Type Zählug: Alle Arten
Wetter: wind SW2, wolkenbedeckungsgrad 7/8
Zähler: P. Kretz

S N S N S N
Kormoran 1 Wiesenpieper
55 Star
381
Graureiher 2 Bachstelze
9 Buchfink
640
Rotmilan 1 Heckenbraunelle
5 Bergfink
79
Mäusebussard 3 Hausrotschwanz
1 Stieglitz
9
Wanderfalke
1 Wacholderdrossel
68 Erlenzeisig
9
Kiebitz
599 Singdrossel
26 Birkenzeisig sp
1
Hohltaube
11 Rotdrossel
17 Gimpel
3
Ringeltaube
91 Wintergoldhähnchen
1 Goldammer
13
Heidelerche
6 Blaumeise
8 Rohrammer
3
Feldlerche
2417 Saatkrähe
53
Gesamt: 4513 Exemplare, 29 Arten, 4:30 Stunden

Zugplanbeobachtungen Mendener Höhe 04.10.2015

Zählzeitraum: 07:15 – 12:00
Typ Zählug: Alle Arten
Wetter: Wind Süd 2 Bft., Wolkenbedeckungsgrad 7/8, Sichtweite 15000m
Zähler: P. Kretz

S N S N S N
Silberreiher 1 Baumpieper 6 Buchfink 613
Nilgans 22 Wiesenpieper 308 Grünling 8
Sperber 1 Schafstelze 24 Stieglitz 8
Mäusebussard 2 Gebirgstelze 1 Erlenzeisig 11
Hohltaube 3 Bachstelze 45 Bluthänfling 13
Ringeltaube 18 Wacholderdrossel 2 Gimpel 1
Heidelerche 25 Singdrossel 10 Goldammer 6
Feldlerche 571 Misteldrossel 2 Admiral 2
Rauchschwalbe 2 Kohlmeise 4
Mehlschwalbe 3 Star 24
Gesamt: 1736 Exemplare, 28 Arten, 4:45 Stunden

Anwesend: Kanadagans 114, Turmfalke 2, Grünspecht 1, Buntspecht 1, Feldlerche 124, Wiesenpieper 36, Bachstelze 4, Grünling 2, Stieglitz 4, Goldammer 11

Offshore-Windparks: Neue Berechnungen zum Kollisionsrisiko von Basstölpeln

Bild zur Meldung
Kenntnisse über die Flughöhe der Vögel spielen bei der Berechnung des Kollisionsrisikos mit Windkraftanlagen eine entscheidende Rolle.

© Hans Glader

In den nächsten Jahren ist vielerorts in Europa mit einem Anstieg an Offshore-Windenergieanlagen zu rechnen. Naturschützer warnen in diesem Zusammenhang vor einem erhöhten Kollisionsrisiko für Vögel. Eine entscheidende Rolle spielt dabei deren Flughöhe. Bisherige Untersuchungen stützten sich vorrangig auf Radarbilder sowie Beobachtungen von Schiffen aus begrenzten Untersuchungsgebieten. In einer nun im Journal of Applied Ecology veröffentlichten Studie wurden Basstölpel in einer der größten Kolonien der Welt auf Bass Rock im Südosten Schottlands mit GPS-Loggern und Luftdruckfühlern ausgestattet, um deren Nahrungsflüge dreidimensional analysieren zu können. Die unbewohnte Insel Bass Rock liegt weniger als 50 Kilometer von mehreren geplanten Offshore-Windparks entfernt.

Im Rahmen der Untersuchung wurde einerseits der von den Vögeln zur Nahrungssuche genutzte Raum erfasst und darüber hinaus die Flughöhe während unterschiedlicher Verhaltensweisen der Vögel sowie deren räumliche Variation. Anschließend wurde anhand der gewonnenen Daten das Kollisionsrisiko der Vögel modelliert.

Es stellte sich heraus, dass die Basstölpel auch in und um die geplanten Windparks Nahrung suchen. Während der Flüge zwischen Brutkolonie und Nahrungsgründen lag die Flughöhe mit durchschnittlich 12 Metern kaum in Bereichen höheren Kollisionsrisikos, doch während der aktiven Nahrungssuche stieg das Risiko deutlich an, da durchschnittliche Höhen von 27 Metern genutzt wurden. Den zwei derzeit geplanten Offshore-Windparks im Meeresarm Firth of Forth könnten Berechnungen zufolge jährlich rund 1500 adulte Brutvögel der Basstölpel-Kolonie von Bass Rock zum Opfer fallen. Diese Zahl liegt bis zu 12-fach höher als bisherige Berechnungen unter Berücksichtigung von Daten zur Flughöhe der Vögel.

Die Nutzung herkömmlicher Techniken zur Berechnung von Flughöhen könnte demnach zu einer deutlichen Unterschätzung der durch Windenergieanlagen zu erwartenden Schlagopfer führen. Die Forscher empfehlen daher die Nutzung von GPS und Luftdruckmessern, um die Flughöhe verhaltensspezifisch und räumlich differenziert zu erfassen. Die neuen Berechnungen der Opferzahlen, die eine langfristige Gefährdung für die Population bedeuten könnten, verdeutlichen den weiteren Bedarf umfangreicher Untersuchungen zum Kollisionsrisiko. Für Standorte mit erhöhtem Risikopotential wird außerdem eine Erhöhung der zulässigen Mindesthöhe der Rotorblätter von 22 auf 30 Meter über dem Meeresspiegel empfohlen.

Weitere Informationen

  • Cleasby, I. R., Wakefield, E. D., Bearhop, S., Bodey, T. W., Votier, S. C., Hamer, K. C. (2015), Three-dimensional tracking of a wide-ranging marine predator: flight heights and vulnerability to offshore wind farms. Journal of Applied Ecology. doi: 10.1111/1365-2664.12529

 

Augen und Ohren auf! Einflug von Gelbbrauen-Laubsängern

Gelbbrauen-Laubsänger stammen aus den Wäldern der Taiga zwischen Ochotskischem Meer und Ural. Die Art ist im Herbst ein jährlicher Gast in Europa, obwohl die Hauptüberwinterungsgebiete eigentlich in den Subtropen und Tropen Asiens liegen. Wohin die bei uns durchziehenden Gelbbrauen-Laubsänger fliegen, ist bisher weitgehend unbekannt. Die bereits lange Reise scheint aber weit nach Südwesten weiter zu gehen: Ein im Herbst 2013 auf Helgoland beringter Vogel konnte im Januar 2014 auf der Kanareninsel Lanzarote fotografiert werden. Die Gründe für das alljährliche Auftreten von Hunderten von Gelbbrauen-Laubsängern in Europa sind ebenfalls  noch nicht endgültig geklärt. Als mögliche Ursache wird unter anderem eine genetisch fixierte, anhaltende Missorientierung der Vögel genannt.

In diesem Jahr scheinen besonders viele Gelbbrauen-Laubsänger die südwestliche Route über Europa einzuschlagen: In Finnland wurden seit Anfang September rund 1.000 Gelbbrauen-Laubsänger festgestellt – normal waren es in den letzten Jahren im gesamten Herbst weniger als 300. Auf dem Weg nach Südwesten sollte zumindest ein Teil dieser Vögel auch über Deutschland fliegen.

Die meisten Feststellungen gelingen zwischen Mitte September und Mitte Oktober, meist in den Küstenregionen. Die bereits rund 200 Meldungen von Gelbbrauen-Laubsängern, die in diesem Herbst bei ornitho.de gemeldet wurden, zeigt die aktuelle Verbreitungskarte. Der erste Herbstnachweis 2015 gelang außergewöhnlich früh bereits Ende August. Es folgten Beobachtungen vor allem auf Helgoland (Tagessumme bis zu 17 Ind.) und entlang der Nordseeküste, aber auch an einigen Stellen im Binnenland. Das Maximum wird in der Regel Anfang Oktober erreicht. Jetzt ist also genau die richtige Zeit, um nach den seltenen Gästen zu suchen!

Gelbbrauen-Laubsänger können auf dem Durchzug eigentlich überall auftauchen, an Gewässern, am Waldrand, in Stadtparks oder sogar im eigenen Garten. Man sollte sich vor allem mit dem charakteristischen und häufig vorgetragenen Ruf vertraut machen (www.xeno-canto.org/species/Phylloscopus-inornatus), über den die Vögel oftmals erst auf sich aufmerksam machen. Vom Aussehen her ähneln die kleinen Laubsänger Goldhähnchen, unterscheiden sich farblich unter anderem aber durch den namensgebenden gelben Überaugenstreif. Als Ausnahmeerscheinung taucht auch der sehr ähnliche Goldhähnchen-Laubsänger hin und wieder in Deutschland auf. Er unterscheidet sich vom Gelbbrauen-Laubsänger vor allem durch einen auffällig gelben Bürzel sowie einen gelben Scheitelstreifen auf dem Kopf.

Viel Erfolg bei der Suche nach den sibirischen Gelbbrauen-Laubsängern wünscht

das Team von ornitho.de und ornitho.lu

 

Foto: Gelbbrauen-Laubsänger, Lutz Ritzel.

Quelle DDA

Vögel in Deutschland aktuell: Rückblick auf den Sommer 2015

Mit zahlreichen Temperaturrekorden zeigte sich der Sommer 2015 insgesamt heiß, trocken und sonnig. Während vor allem Wasservögel in austrocknenden Gewässern ihre Bruten verloren, wirkte sich die Witterung positiv auf den Bruterfolg wärmeliebender Arten aus. In unserem Beitrag über den Sommer 2015 in „Der Falke“ betrachten wir einige Ereignisse in der Vogelwelt in den Monaten Juni bis August.

Unter allen europäischen Landvögeln zeigt das Rebhuhn seit 1980 mit einem Rückgang von rund 93% die stärksten Verluste. Besonders im Jahr 2013 war der Bruterfolg dieser Art nach dem anhaltenden Nachwinter und einer sehr kühlen und feuchten Periode Ende Mai gering. Im Sommer 2015 waren die Bedingungen für die ursprüngliche Steppenart hingegen nahezu ideal. In unserem Beitrag vergleichen wir die Truppgrößen der Rebhühner im Jahresverlauf nach den Daten von ornitho.de in den Jahren 2012 bis 2015 und geben Tipps, wie die kleinen Hühnervögel am einfachsten zu beobachten sind.

Die Luftspiele größerer Starenschwärme gehören sicherlich zu den faszinierendsten Schauspielen in der Vogelwelt. Doch wann und wo treten die Vögel in derartiger Anzahl bei uns auf? Anlässlich einer aktuellen Anfrage eines Fernsehteams haben wir die über 200.000 Meldungen von Staren in ornitho.de einmal auf diese Fragen hin ausgewertet. Der Beitrag liefert neben einer Deutschlandkarte der größten Starenschlafplätze und Ansammlungen auch eine Darstellung der jahreszeitlichen Verteilung der Truppgrößen nach Größenklassen.

Ausführlicher als in bisherigen Rückblicken auf die zurückliegende Jahreszeit gehen wir diesmal auch auf das Auftreten von Seltenheiten ein. Der Sommer 2015 hatte hier viele Überraschungen parat. Neben „dem“ Schwarzbrauenalbatros, Deutschlands erstem Bulwersturmvogel und mehreren Zwergscharben wurden besonders viele seltene Greifvögel beobachtet. Gleitaar, Eleonoren- und Würgfalke sowie Adlerbussard wurden gleich mehrfach gesichtet, ergänzt durch den bei Anerkennung erst vierten Rötelfalken für Deutschland. Unter den Limikolen sind neben zwei Wüstenregenpfeifern vor allem die beiden ersten hierzulande auch fotografisch dokumentierten Sandstrandläufer erwähnenswert.

Den Beitrag „Vögel in Deutschland aktuell: Sommer 2015: Rebhühner, Stare und viele Überraschungen“ in der Zeitschrift „Der Falke“ können Sie hier als PDF herunterladen. Einen Artikel zum neuen „Atlas-Tool“ bei ornitho (siehe Newsmeldung vom 1.9.) mit dem Titel „ornitho.de: Verbreitung von Vogelarten jetzt auch auf Rasterbasis“ finden Sie hier als PDF. Alle weiteren Beiträge mit direktem Bezug zu ornitho.de finden Sie unter Publikationen und Auswertungen.

Das komplette Falke-Heft 10/2015 mit vielen weiteren Beiträgen, u.a. über Wacholderdrosseln, Braunkehlchen und das neue globale Tierbeobachungssystem ICARUS können Sie über die Internetseite von „Der Falke“ beziehen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht
das Team von ornitho.de und ornitho.lu

 

Foto: Stare am Sammelplatz, Rosl Rößner