Alarmierend: Seevögelbestände gehen weltweit zurück

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Seeschwalben zeigten seit 1950 besonders starke Rückgänge
© Jan Goedelt

Populationen von Seevögeln sind gute Indikatoren für langfristige und großräumige Veränderungen mariner Ökosysteme. In einer Untersuchung des Projektes „Sea Around Us“ der Universität von British Columbia und der Pew Charitable Trusts wurden nun die Entwicklungen der weltweiten Seevogelbestände 1950-2010 verglichen. Insgesamt wurden dabei Daten von mehr als 300 Seevogelarten aus 13 Familien und von über 350 Küstenabschnitten ausgewertet. Geschätzte 19 % der weltweiten Seevogelbestände konnten somit berücksichtigt werden, sodass die ermittelten Trends die reale Entwicklung widerspiegeln dürften. Die Ergebnisse geben Grund zur Sorge, denn es wurde festgestellt, dass die Bestände insgesamt um rund 70 % zusammengebrochen sind. Die größten Rückgänge wurden dabei bei Seevogelfamilien festgestellt, deren Arten vorwiegend weit verbreitet sind oder die sehr große Aktionsräume haben, was auf eine weltweite statt kleinräumige Gefährdung hinweist. So gab es bei den Seeschwalben, die insbesondere auf dem Zug enorme Entfernungen zurücklegen, die größten Rückgänge, gefolgt von Fregatt- und Sturmvögeln. Zunahmen konnten bei Sturmschwalben, Alken und Tölpeln verzeichnet werden. Die Ergebnisse wurden in der internationalen Online-Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht.

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