Mittelmeer: 25 Millionen illegal getötete Zugvögel pro Jahr

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Rund 700.000 Feldlerchen werden alljährlich am Mittelmeer illegal getötet

© Peter Hering

 

Nach einer neuen Veröffentlichung von BirdLife International werden rund um das Mittelmeer jährlich viele Millionen Zugvögel gefangen oder geschossen. Unter den Staaten mit den höchsten Zahlen getöteter Vögel finden sich nicht nur Länder wie Syrien oder Libyen sondern auch einige europäische Nationen. So liegt Italien in der unrühmlichen Statistik mit rund 5,6 Millionen getöteten Vögeln pro Jahr nur knapp hinter Ägypten (5,7 Mio.). Ebenfalls hohe Zahlen wurden für Griechenland (0,7 Mio.), Frankreich (0,5 Mio.), Kroatien (0,5 Mio.) und Albanien (0,3 Mio.) ermittelt. Malta rangiert nicht unter den Ländern mit den höchsten Fangzahlen, doch bezogen auf die kleine Fläche des Landes, werden pro km² Fläche 343 Vögel getötet. Stellt man die Opferzahlen den Bevölkerungszahlen gegenüber, so liegt Zypern mit 196 pro 100 Einwohnern getöteten Vögeln vorne. Diese erschreckenden Zahlen zeigen den großen Bedarf, die EU-Vogelschutzrichtlinie zu erhalten und zu stärken.

In der Studie wurden auch die am meisten betroffenen Vogelarten ermittelt. Von den rund 25 Millionen Opfern entfallen mehr als 20 Millionen auf Singvögel. Es sind aber auch 1 Million Wasservögel sowie rund 700.000 Tauben und viele weitere Arten betroffen. Mit rund 2,9 Millionen getöteten Individuen rangiert der Buchfink deutlich auf Platz 1. Fangzahlen von über einer Million erreichen auch Mönchsgrasmücke (1,8 Mio.), Wachtel (1,6 Mio.) und Singdrossel.

Die im Rahmen der britischen Birdfair 2015, einer großen Messe rund um die Vogelbeobachtung, jüngst in einer Broschüre mit dem treffenden Namen „The Killing“ bekannt gegebenen Daten stellen nur eine Vorab-Information einer umfangreichen wissenschaftlichen Arbeit dar, die sich derzeit in Vorbereitung befindet.

Quelle: BirdLife International, 21.8.2015

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