Vergiftungsverdacht durch Mäusegift bei Wildgänsen

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Mitte November soll der Befund vorliegen, ob tatsächlich Wildgänse durch Giftköder getötet wurden.
© Ralf Kistowski

 

 

 

 

In den vergangenen zwei Wochen wurden im nördlichen Teil des Salzhaffes im Nordosten der Mecklenburger Bucht ca. 150 Wildgänse tot aufgefunden. Ein Teil davon wurde durch Angehörige des zuständigen Veterinär- und Lebensmitteluntersuchungsamtes zur Untersuchung in das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) gesandt, wobei zunächst die Abklärung von Vogelgrippefällen im Vordergrund stand. Dies konnte bisher ausgeschlossen werden. Sind die ersten untersuchten Tiere noch durch verschiedene Ursachen verendet, erhärtet sich bei Proben seit dem 3. November der vorläufige Verdacht eines Vergiftungsgeschehens durch eine Intoxikation durch Zinkphosphid.

Von elf Tieren wurden seit gestern Proben bzw. Mageninhalt zu einem amtlichen Fachlabor nach Göttingen zur Untersuchung auf Zinkphosphid versandt. Außerdem wurden im eigenen Labor des LALLF die Lebern und der Mageninhalt von mindestens fünf Tieren auf Zink untersucht. Die heute vorliegenden Befunde ergeben kein einheitliches Bild, so dass zur Bestätigung des o.g. Verdachtes der toxikologische Befund aus Göttingen abgewartet werden muss. Dies kann ca. 10 Tage in Anspruch nehmen.

Bei Zinkphosphid handelt es sich um einen Wirkstoff, der zur Schadnagerbekämpfung eingesetzt wird, z.B.in der Landwirtschaft auch zur Bekämpfung von Feldmäusen, wobei die Anwendung von Zinkphosphidködern direkt in die Mäuselöcher mit anschließender Abdeckung erfolgen muss. Eine unverdeckte Ausbringung ist gesetzlich verboten, da so Wildtiere die Köder aufnehmen könnten.
Das LALLF hat unter Mithilfe von Naturschutzbehörden und Ornithologen die bekannten Rastplätze von Wildgänsen in der Nachbarschaft zum Salzhaff und die weitere Umgebung mit dem Ziel untersucht, die Vergiftungsquelle zu finden und zu beseitigen. Die Ermittlungen dauern zur Stunde an. Nähere Informationen können aus ermittlungstaktischen Gründen vorerst nicht gegeben werden.

Da auch in weiteren Bundesländern Giftweizen gegen Mäuse eingesetzt wird, sollten alle Vogelbeobachter die Augen offen halten und mögliche Vergiftungsfälle möglichst umgehend den zuständigen Naturschutzbehörden und den Vogelschutzwarten melden.

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern vom 6.11.15