Baumfalke trug dazu bei, sechs Windräder in Bayern zu verhindern

Das Bayerische Verwaltungsgericht Augsburg hat am 02. Juli 2015 zwei Klagen von Planern auf
Erteilung einer Genehmigung für insgesamt sechs Windräder bei Wallerdorf, Stadt Rain,
abgewiesen (Aktenzeichen Au 4 K 13.567 Enercon GmbH und Aktenzeichen 4 K 14.795 Windpark
Wallerdorf Projekt GmbH & Co. KG).

Das Urteil ist zumindest für Bayern wegweisend und wird die oftmals fragwürdige
Genehmigungspraxis von Windrädern künftig erschweren. Die Entscheidung des VG
Augsburg stärkt die verwaltungsrechtliche Bedeutung von Beobachtungen und
Aufzeichnungen örtlicher Naturschützer über das Vorkommen gefährdeter Vogel- und
Fledermausarten im Umfeld geplanter Windradstandorte.

Das örtlich zuständige Landratsamt Donau-Ries hatte zuvor die Anträge der Windradprojektierer
abgelehnt, weil durch die geplanten Windkraftanlagen das Kollisions- und Tötungsrisiko der
geschützten Vogelarten Baumfalke, Rotmilan, Schwarzmilan und Wespenbussard mit den
Rotorblättern signifikant erhöht gewesen wäre. Die Windradplaner reichten daraufhin Klage am VG
Augsburg gegen das Landratsamt ein.

Besonders hervorzuheben ist die höchst gewissenhafte und verantwortungsvolle Prüfung des
Landratsamtes Donau-Ries: Es hat nicht nur die von den Betreibern vorgelegte spezielle
artenschutzrechtliche Prüfung (saP), sondern auch das umfangreiche Beobachtungsmaterial der
Bürger, insbesondere auch deren Videobeweise, zur Entscheidung zugelassen und
naturschutzfachlich korrekt bewertet.

Die Behörde kam letztendlich zu dem Schluss, dass die Vogelbeobachtungen der Bürger so aussagekräftig seien, dass der Bau von Windrädern
abzulehnen ist. Das VG Ausgburg akzeptierte in seinem Urteil die Ablehnung des Bauantrages durch das Landratsamt.

Urteil VG Augsburg:

http://www.umwelt-watchblog.de/wp-content/uploads/Urteil-VG-Augsburg.pdf